Was unterscheidet Coaching von Psychotherapie?

 

Im Gegensatz zum Coaching besteht das Ziel einer Psychotherapie in der Heilung, bzw. Linderung einer professionell diagnostizierten psychischen Erkrankung. bzw. Störung (diese wird nach einer international standardisierten Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen symptomorientiert eingestuft) . Sie zielt auf tiefergehende psychologische Probleme und Konflikte sowie auf die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, welche die gesamte Lebensgestaltung (Denken, Fühlen und Handeln) und das Selbstmanagement im Alltag wesentlich beeinträchtigen.


Coaching ist also keine Therapie, da man nicht mit Menschen arbeitet, die an psychische Störungen leiden. In der Praxis zeigt sich allerdings häufig, dass auch psychisch gesunde Menschen bis zu einem gewissen Maße an ähnlichen Problemen und Symptomen wie psychisch erkrankte leiden! Tatsächlich ist die Grenze fließend und der Maßstab zu einer therapeutischen ("tiefer gehenden” und längeren) Bearbeitung ist nicht objektiv messbar. Vielmehr besteht dieser vor allem im subjektiven Leidensdruck, welcher sich für die Betroffenen durch eine spürbar geminderte Lebensqualität im beruflichen und privaten Alltag zeigt. Die Überschneidungen, bzw. Berührungspunkte zwischen Coaching und Therapie zeigen sich unter anderem auch daran, dass die Mehrzahl der seriösen Coachingtechniken aus dem therapeutischen Kontext stammen.


Da Coaches bis auf zumeist rudimentäre Kenntnisse in den seltensten Fällen psychodiagnostische Kompetenzen besitzen, sollten sie sich jedoch mit therapeutischen Einschätzungen und Ratschlägen zurück halten und Klienten im Zweifel an einen Therapeuten verweisen. Allein ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten oder staatlich anerkannte Heilpraktiker verfügen über die für diese Aufgabe erforderliche diagnostische und therapeutische Expertise sowie die erforderliche Approbation, bzw. Heilerlaubnis.


Auch wenn seriöses Coaching wie erwähnt zu einem Großteil psychotherapeutische Ansätze und (Interventions-)Methoden sowie -techniken nutzt, so stellt es weder eine psychotherapeutische Behandlung dar, noch ersetzt es diese. Dies ist auch dann nicht der Fall, wenn Personen, die Coaching anbieten, über eine entsprechende Qualifikation als ärztlicher oder psychologischer Psychotherapeut, bzw. Heilpraktiker für Psychotherapie verfügen.


Coaching ist im Gegensatz zu den meisten therapeutischen Ansätzen per se lösungsorientiert. Das heißt, es geht nicht darum, umfangreiche Ursachen - und Problemanalysen zu betreiben und tiefergehende Probleme zu lösen. Ziel ist es, die Klienten schnell, bzw. pragmatisch bei ihren Fragestellungen, wie z. B. dem Ausbau und der Weiterentwicklung ihrer persönlichen Ressourcen und Handlungskompetenzen zu unterstützen.


Mitunter wird zu Beginn eines Coachingprozesses deutlich, dass geschilderte problematische Themen, bzw. Fragestellungen eines Klienten auf tiefer gehende sog. dysfunktionale mentale Denk- und Gefühlsmuster zurückzuführen sind und ein Verändern von - durchaus subjektiv als belastend wahrgenommenen - Symptomen lediglich „kosmetisch“ und nicht von Dauer wirken würde. Dann empfiehlt sich ein explizit therapeutisches Vorgehen, welches von Beginn an auf die Problemursachen fokussiert und diese konsequent bearbeitet.

 

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